Das Buch ist tot - es lebe das Buch!

Kommunikations- und Medienwissenschaftler haben in den letzten Jahrzehnten immer wieder das "Ende des Buches" propagiert. Unter dem Eindruck der schnellen Entwicklung von Computern und Handys hielt man es für wahrscheinlich, dass der Papierverbrauch rapide zurückgehen würde und dass nur mehr am Bildschirm geschrieben und gelesen werden wird. Heute muss man sich eingestehen, dass dies, bis jetzt zumindest, nicht eingetroffen ist und vielleicht der Wunsch die Prognose geleitet hat.

Das Buch ist tot! Mit der Erfindung des papierlosen Schrifttums, hätte die Ära des Buches zu Ende gehen können. Wer braucht schon schwere gebundene Papierberge, die dazu oft noch unhandlich sind, wenn Handy, PC oder Laptop denselben Dienst tun? Antwort: die Menschen, die daran gewöhnt sind. Auf der einen Seite scheint es demnach so, als ob man den Menschen neue Gewohnheiten sehr leicht beibringen kann - wer in der Ersten Welt kann sich heute noch ein Leben ohne Handy und PC vorstellen? Auf der anderen Seite wurde aber gerade an diesem Beispiel deutlich, dass ältere und psychologisch tieferliegende Gewohnheiten, wie das Lesen von Buchstaben auf Papier, dadruch nicht unbedingt verdrängt werden müssen.

Es lebe das Buch! Zwei Beispiele unter vielen möglichen belegen eindeutig, dass das Buch noch lange nicht am Abstellgleis steht. Zum einen ist der Papierverbrauch, wie man hätte annehmen können, nicht weniger geworden; im Gegenteil heutzutage wird mehr Papier produziert und bedruckt als jemals zuvor. Dies hängt natürlich auch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung von Indien und China zusammen, kann aber dadurch nicht befriedigend erklärt werden. Zum anderen zeigen die jährlich stattfindenden Buchmessen, dass Bücher beliebter sind denn je und diese Buchmessen können in Bezug auf Besucherzahlen und Größe mit den Messen der Unterhaltungselektronik leicht mithalten.

Eine aktuelle Enticklung legt aber dennoch den Gedanken an ein mögliches Ende des Buches nahe: sogenannte Tablet-PCs wie das IPAD könnten sich auf den Buchabsatz in Zukunft auswirken, da von der Form her Ähnlichkeiten zu normalen Büchern bestehen und so eine Umstellung der Menschen postiv beeinflusst wird. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Fest steht, dass das Lesen von Bildern und Schrift, unabhängig auf welcher Unterlage, als eine der wichtigsten Kulturtechniken bestehen bleiben wird.

Veröffentlicht am Sonntag, 14. Februar 2010 | Autor: wh
Schlagwörter: Kommunikation Medien Handy IPAD Tablet-PC Laptop